Schuldenuhr verlässt Würselen - die Schulden bleiben

 

Es war so gut gemeint, auch wenn uns mehrfach von den Verursachern der städtischen Schulden Böswilligkeit und unnötiges Salz in die Wunden streuen unterstellt wird.

Kontakte mit dem Bürgermeister der Stadt Langenfeld hatten die UWG veranlasst. von dort die Schuldenuhr nach Würselen zu holen.

Dieses im Auftrag des Bundes der Steuerzahler geschaffene Gerät sollte Mahner und Helfer sein, den Weg des Schulden Machens zu verlangsamen und allmählich zu beenden.

In Langenfeld hatte die Schuldenuhr die Bemühungen von Bürgermeister und Stadtrat unter Mithilfe der Bürger auf dem Weg hin zur Schuldenfreiheit begleitet. Jetzt sind alle Langenfelder zu Recht stolz auf diese Leistung.

 

Eben das hätte die Uhr auch in Würselen leisten können, wenn man sie denn ins Rathaus geholt und von Zeit zu Zeit mit den aktuellen Zahlen gefüttert hätte.

Doch jetzt nimmt die Uhr ihren Weg zurück nach Langenfeld. Nachdem sie fast ein halbes Jahr auf der Kaiserstraße im Schaufenster einer Versicherungsagentur die grausamen Wahrheiten verkündet hat. Doch die Verantwortlichen im Rathaus wollten diese Zahlen nicht sehen.

Satte 107 Millionen Euro sind es zum Stichtag 09.11.2009, welche die Stadt Würselen zu schultern hat, davon entfallen etwa 42.5 Millionen auf den städtischen Dispo und rund 65 Mio. auf Kredite für Investitionen. Die 42 Millionen sind in den letzten sechs Jahren angefallen, weil die Stadt bei ihren laufenden Aufgaben stets mehr Geld ausgeben musste, als sie Einnahmen hatte. Die 65 Millionen könnte man als „verzeihliche Schulden“ ansehen, wenn da nicht so verschwenderische Ausgaben wie die für die Kalkhalden, die Wurmtaleier u. a. enthalten wären.

Rund drei Millionen an Zinsen wird die Stadt dafür in diesem Jahr zu zahlen haben.

Was hätte man mit dem Geld alles machen können – Jahr für Jahr??

Es ist das Problem vieler Städte, dass ihre Einnahmen deshalb nicht reichen, weil sie durch Gesetze von oben deutlich mehr Geld für Sozialleistungen und Kindertagesstätten ausgeben müssen.

Im Wahlkampf der Stadt Würselen konnte man von allen Parteien häufig das Eingeständnis hören: „Wir müssen auch selbst Anstrengungen zum Sparen machen.“

Weil es da in der Vergangenheit zu viele Sünden gegeben hat, sind manche Gemeinden jetzt hoffnungslos verschuldet, so dass sie nicht mehr aus noch ein wissen.

Hinzu kommen jetzt noch immense Steuerausfälle aufgrund der Konjunkturkrise.

Nun geht in Würselen nichts mehr. Für jeden Euro, den die Stadt investieren möchte, muss sie bei der Kommunalaufsicht eine Genehmigung erbitten.

Jetzt wird immer lauter von immer mehr Kommunen das Land und auch der Bund um Hilfe angefleht. Diese Hilfe werden wir brauchen. Und wir müssen selbst sparen.

Sparsames Haushalten bei Zeiten und Rücklagenbildung in guten Zeiten, hätten die gänzlich festgefahrene Situation verhindert.

 

Wie das Langenfelder Beispiel zeigt, kann in einer gemeinsamen Anstrengung ein großes Ziel erreicht werden. Daher wird die UWG alle Fraktionen im Rat unterstützen, welche Entscheidungen zur Minderung unserer Schuldenlast zu treffen bereit sind.

 

 

Powered by Website Baker